Die Mitgliederstruktur von Bündnis 90/Die Grünen

Hervorgegangen ist die Partei Bündnis 90/Die Grünen aus der Umwelt- und Friedensbewegung zu Beginn der 80er-Jahre. Als die SPD unter Kanzler Helmut Schmidt unter anderem mit dem NATO-Doppelbeschluss einen Rechtsruck vollzog, fanden viele ehemalige SPD-Linke bei den Grünen ihre neue politische Heimat. Damals galt für die Partei nur die Bezeichnung "Die Grünen". Die Voranstellung "Bündnis 90" erfolgte erst nach der Wiedervereinigung und der Erweiterung durch das Hinzukommen von Mitgliedern der DDR-Oppositionsbewegung.

Von der Protestbewegung zur Beamtenpartei

Zu Beginn machten Studenten einen Großteil der Grünen aus. Daher galt die Partei nach ihrem Einzug in verschiedene Landesparlamente und den Bundestag als Nachfolger der sogenannten Außerparlamentarischen Opposition (APO) auch 68er-Bewegung genannt. In den Anfangsjahren sahen auch viele Erwerbslose und Hausbesetzer ihre Interessen von den Grünen vertreten.

Heute stellen Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes mit rund 45 Prozent fast die Hälfte aller Parteimitglieder von Bündnis 90/Die Grünen. Hinzu kommen jeweils etwa ein Viertel Freiberufler und Angestellte. Lediglich vier Prozent stammen aus der Arbeiterschaft.

Viele Akademiker und relativ hoher Frauenanteil

Dafür ist bei den Grünen der Frauenanteil (38 %)ebenso wie der gewerkschaftliche Organisationsgrad (26 %) überdurchschnittlich hoch. Was Schulabschluss und Religionszugehörigkeit betrifft, stellen Hochschulabsolventen und Konfessionslose die größte Mitgliedergruppe. 68 % der Mitglieder verfügen über einen Hochschulabschluss und 42 % gehören keiner Religionsgemeinschaft an. Ansonsten teilt sich Zugehörigkeit zu einer Konfession wie folgt auf: 36 % Protestanten, 19 & Katholiken, 3 % andere Glaubensgemeinschaften.

Vom Alter her besteht die Mitgliederschaft bei Bündnis 90/Die Grünen aus 41 bis 60-jährigen, wobei die Gruppe der 51 bis 60-jährigen mit 28 % um ca. drei Prozentpunkte größer ausfällt als die der 41 bis 50-jährigen.